Schimmel an der Wand erkennen und vor dem Streichen richtig behandeln

12 Min. Lesezeit

SchwierigkeitMittel

Dauer1 bis 3 Tage plus Trocknungszeit

Kosten5 bis 20 € / m² Material

Im Januar wird der Kleiderschrank von der Außenwand abgerückt, und dahinter sitzt ein handtellergroßer dunkler Fleck. Zwei Monate später ist er doppelt so groß. Der erste Impuls ist fast immer derselbe: mit dem Reiniger drüber, Farbe drauf, erledigt. Genau dieser Impuls ist der Grund, warum wir dieselben Wände regelmäßig zum zweiten oder dritten Mal streichen.

Denn Schimmel ist kein Farbproblem. Er ist ein Feuchtigkeitsproblem, das sich als Fleck zeigt. In diesem Ratgeber erklären wir, wie Sie Schimmel an der Wand sicher erkennen, die Ursache finden, kleinere Flächen selbst entfernen, wann Sie besser einen Fachbetrieb holen und wie die Wand danach aufgebaut sein muss, damit der neue Anstrich dauerhaft hält.

Das Wichtigste in Kürze

  • Schimmel wird nie einfach überstrichen. Ohne beseitigte Ursache kommt er innerhalb weniger Monate zurück.
  • Bis etwa einen halben Quadratmeter Befall können Sie oft selbst arbeiten. Darüber, bei Feuchte im Bauteil oder bei Gesundheitsproblemen gehört die Sanierung in Fachhände.
  • Die Reihenfolge lautet: Ursache klären, Befall entfernen, Wand vollständig trocknen lassen, grundieren, streichen.
  • Chlorreiniger und Anti-Schimmel-Farben lösen das Problem meist nicht, sie überdecken es.

Schimmel oder nur Schmutz? So erkennen Sie den Befall

Nicht jeder dunkle Fleck ist Schimmel. Bevor Sie etwas unternehmen, lohnt sich ein genauer Blick, denn die Behandlung unterscheidet sich je nach Befund deutlich.

Typisch für Schimmel sind schwarze, grüne, graue oder braune Flecken, oft mit einem samtigen oder flaumigen Rand. Frischer Befall kann auch weißlich aussehen und wie ein Belag wirken. Dazu kommt fast immer ein muffiger, erdiger Geruch, der sich bemerkbar macht, sobald Sie den Schrank öffnen oder die Tür lange geschlossen war.

Auch der Ort verrät viel. Schimmel sitzt bevorzugt an kalten Stellen: in Außenwandecken, an Fensterlaibungen, unter der Fensterbank, hinter Schränken und Bildern und in den Silikonfugen im Bad. Ein Fleck mitten auf einer warmen Innenwand ist dagegen seltener Schimmel und öfter etwas anderes.

Verwechselt wird Schimmel vor allem mit diesen Dingen:

  • Rußablagerungen von Kerzen, Kamin oder Räucherstäbchen: gleichmäßig, oft über Heizkörpern oder an Decken, ohne Geruch nach Keller.
  • Wasserflecken von einer undichten Stelle: gelblich bis braun, meist mit einem hellen Ring am Rand, ohne Flaum.
  • Salzausblühungen: weiße, kristalline Ablagerungen, die sich trocken und körnig anfühlen. Sie deuten auf Feuchtigkeit im Mauerwerk hin, sind aber selbst kein Schimmel.
  • Stockflecken in Tapeten und Papier: braune Punkte, oft die Vorstufe oder Folge von Feuchte.

Ein einfacher Test hilft bei der ersten Einordnung. Wischen Sie einen kleinen Bereich mit einem feuchten Einwegtuch ab. Verschmiert der Fleck und riecht das Tuch muffig, spricht das für Schimmel. Lässt er sich rückstandslos abnehmen und kommt nicht wieder, war es vermutlich Schmutz. Sicher ist der Test nicht, deshalb gehört im Zweifel immer die Ursachenprüfung im nächsten Abschnitt dazu.

Gesundheit ernst nehmen

Schimmelsporen können Reizungen der Atemwege und Augen, Kopfschmerzen und Allergien auslösen. Leben Kinder, Asthmatiker, Allergiker oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem im Haushalt, sollten Sie nicht selbst an den Befall gehen. Bei Beschwerden lassen Sie sich ärztlich beraten, statt sich auf eigene Vermutungen zu verlassen.

Warum es schimmelt: die vier häufigsten Ursachen

Schimmelsporen sind überall in der Luft, das lässt sich nicht verhindern. Wachsen können sie aber nur, wenn eine Oberfläche dauerhaft feucht genug ist. An der Wandoberfläche reichen dafür bereits Werte von etwa 80 Prozent relativer Feuchte über längere Zeit. Wer versteht, woher diese Feuchte kommt, weiß auch, was zu tun ist.

UrsacheTypisches BildWer ist gefragt?
Zu hohe Raumluftfeuchte, falsches Lüften und HeizenFlecken im Bad, im Schlafzimmer, hinter Möbeln an der AußenwandBewohner: Lüften, Heizen, Möbelabstand
WärmebrückeBefall in Außenecken, an Fensterlaibungen, in Heizkörpernischen, an RollladenkästenEigentümer oder Vermieter (Dämmung), kurzfristig auch Bewohner
Bauschaden: Leitungsleck, defekte Fassade, aufsteigende FeuchteFleck wächst unabhängig vom Lüften, Farbe blättert, SalzausblühungenFachbetrieb, Eigentümer oder Vermieter
Neubau- oder SanierungsfeuchteVerteilter Befall im ersten Jahr nach Einzug oder UmbauBewohner: verstärkt lüften, Trocknung abwarten

Die häufigste Kombination in unserer Praxis ist eine Wärmebrücke plus falsches Lüftungsverhalten. Eine kalte Außenecke reicht allein oft nicht aus, und eine hohe Luftfeuchte allein auch nicht. Zusammen ergeben sie aber genau die Bedingungen, unter denen es schimmelt.

Das ist der Kern dieses Ratgebers. Solange die Ursache besteht, ist jede Behandlung Kosmetik.

Ursache prüfen, bevor Sie irgendetwas abwischen

Bevor Sie zu Reiniger oder Spachtel greifen, gehen Sie der Sache systematisch nach. Das kostet ein paar Tage Geduld und ein paar Euro, spart aber die zweite Sanierung.

Ein einfaches Hygrometer aus dem Baumarkt für 10 bis 20 € zeigt Ihnen die relative Luftfeuchte im Raum. Als Wohlfühlbereich gelten etwa 40 bis 60 Prozent. Liegt der Wert im Schlafzimmer morgens dauerhaft darüber, ist das ein deutlicher Hinweis. Notieren Sie die Werte über zwei Wochen, morgens und abends, und beobachten Sie, was das Lüften bewirkt. Sinkt die Feuchte nach dem Stoßlüften zügig, liegt die Ursache eher im Nutzungsverhalten. Bleibt sie trotz richtigem Lüften hoch, sucht die Feuchte eine andere Quelle.

Ein Feuchtemessgerät für Baustoffe gibt zusätzlich Hinweise, ob die Wand selbst durchfeuchtet ist. Die Werte sind allerdings nur Richtwerte, denn Tapete, Putzart und Salzgehalt verfälschen die Messung. Ein Gerät ersetzt keinen Sachverständigen, hilft aber bei der Entscheidung, ob einer nötig ist.

Prüfen Sie außerdem, ob es eine Wasserquelle gibt. Ein Tropfen an einer Leitung, ein undichter Anschluss an der Spüle oder eine defekte Fassade zeigen sich oft erst durch den Fleck an der Wand. Schließen Sie testweise alle Wasserhähne und schauen Sie, ob sich der Wasserzähler trotzdem bewegt.

In der Mietwohnung gilt: Informieren Sie den Vermieter schriftlich und mit Fotos, bevor Sie selbst sanieren. Wer auf eigene Faust arbeitet, verwischt unter Umständen die Beweise für die Ursache. Wer für die Kosten aufkommt, hängt von der Ursache ab. Das klären am Ende Vermieter, Mieterverein oder Anwalt, nicht ein Malerbetrieb.

Selbst behandeln oder Fachbetrieb? Die Grenzen

Als grobe Orientierung nennt das Umweltbundesamt in seinem Schimmelleitfaden etwa einen halben Quadratmeter als Grenze, ab der Sie Fachleute hinzuziehen sollten. Diese Grenze ist keine Schikane. Bei größeren Flächen ist meist auch der Putz betroffen, und bei der Entfernung werden Sporen freigesetzt, die sich in der Wohnung verteilen.

Selbst behandeln, wenn

  • die Fläche klein ist, etwa bis zu einem halben Quadratmeter
  • der Befall nur an der Oberfläche von Farbe, Tapete oder Silikonfuge sitzt
  • die Ursache klar ist und sich beheben lässt, etwa falsches Lüften
  • niemand im Haushalt zu einer Risikogruppe gehört

Fachbetrieb holen, wenn

  • der Befall größer ist oder immer wieder an derselben Stelle auftritt
  • Putz, Dämmung oder Trockenbau durchsetzt und feucht sind
  • die Ursache unklar ist oder ein Wasserschaden dahintersteckt
  • Kinder, Allergiker, Asthmatiker oder immungeschwächte Personen betroffen sind

Wenn Sie unsicher sind, ist die ehrliche Antwort: lieber einmal zu früh anrufen. Ein Betrieb, der sich die Stelle ansieht, ist günstiger als eine Sanierung, die zweimal gemacht werden muss.

Schimmel entfernen: Schritt für Schritt

Für kleine, oberflächliche Befälle geht es so vor:

01

Schutz und Raum vorbereiten

FFP2-Maske, Einweghandschuhe und Schutzbrille tragen. Tür zu den Wohnräumen schließen, Fenster öffnen, Boden und Möbel mit Folie abdecken. Keine Zündquellen im Raum.

02

Tapete und lose Farbe entfernen

Befallene Tapete vorher leicht anfeuchten, damit keine Sporen aufwirbeln. Alles direkt in einen Müllsack geben und verschließen.

03

Befall abwischen

Mit 70-prozentigem Ethanol getränkte Einwegtücher verwenden und jedes Tuch nur einmal benutzen. Von außen nach innen wischen, großzügig über den sichtbaren Rand hinaus.

04

Putz prüfen

Ist der Putz weich, sandig, hohl oder durchgehend dunkel verfärbt, muss er abgetragen werden. Das ist die Stelle, an der viele besser einen Fachbetrieb rufen.

05

Gründlich nachreinigen

Fläche und Umgebung feucht abwischen, absaugen nur mit Staubsauger mit HEPA-Filter. Ein normaler Sauger bläst Sporen wieder in die Luft.

06

Ursache beheben und trocknen lassen

Erst wenn Lüften, Wärmebrücke oder Leck geklärt sind und die Wand nachweislich trocken ist, geht es mit Grundierung und Anstrich weiter.

Wichtig ist der Umgang mit dem Ethanol: Er ist leicht entzündlich, arbeiten Sie also ohne offene Flamme, ohne Zigarette und mit offenem Fenster. Für die Tücher gilt dasselbe wie für die Tapete, ab in den Restmüll und nicht in die offene Tonne im Hausflur.

Nicht trocken bürsten und nicht schleifen

Schimmel trocken abzubürsten oder abzuschleifen setzt große Mengen Sporen frei, die sich in der ganzen Wohnung verteilen und tief in Textilien und Möbel setzen. Arbeiten Sie immer feucht. Ein Hochdruckreiniger oder ein Heißluftgebläse gehört genauso wenig an eine schimmelige Innenwand.

Chlor, Essig, Anti-Schimmel-Farbe: was hilft und was nicht

Zu kaum einem Thema gibt es so viele Hausmittel und Baumarktversprechen. Eine ehrliche Einordnung aus Sicht des Handwerks:

Chlorreiniger und Schimmelentferner mit Chlor bleichen die Oberfläche. Der Fleck ist danach weg, das Pilzgeflecht im Putz aber nicht. Auf saugenden Untergründen zieht das Mittel dazu weit in die Wand ein und bringt zusätzlich Feuchtigkeit hinein. Die Dämpfe reizen die Atemwege, das Umweltbundesamt rät deshalb ab. Der scheinbare Erfolg ist das Gefährlichste daran, weil er dazu verleitet, die Ursache nicht mehr zu suchen.

Essig ist mild und wirkt bei leichtem Bewuchs auf glatten Flächen wie Fliesen oder Silikon. Auf Putz und Tapete zieht er ein, macht die Fläche feucht und erreicht die Tiefe nicht. Deshalb bevorzugen wir hier Ethanol.

Anti-Schimmel-Farben enthalten meist Biozide. Die schützen die Farbe eine Zeit lang, nutzen sich aber ab, und sie lösen kein Feuchteproblem. Bei Allergikern können sie sogar selbst zum Problem werden. Auf einer trockenen Wand als zusätzliche Maßnahme können sie sinnvoll sein, als Ersatz für die Ursachenbehebung nicht.

Eine bessere Wahl sind diffusionsoffene, mineralische Farben. Silikatfarbe hat einen hohen pH-Wert, der Schimmelwachstum erschwert, und sie kommt ohne Biozide aus. Warum das kein Wundermittel ist und wo es sich lohnt, haben wir im Ratgeber zu ökologischen Wandfarben und Naturfarben ausführlich beschrieben.

Trocknen lassen und den Untergrund testen

Dieser Schritt wird am häufigsten übersprungen, weil die Wand nach dem Reinigen schon trocken aussieht. Sie ist es oft nicht.

Wie lange das dauert, hängt vom Fall ab. Bei einem oberflächlichen Befall durch Kondensat reichen meist wenige Tage bis zwei Wochen, wenn Sie gut lüften und heizen. Nach einem Wasserschaden oder bei durchfeuchtetem Mauerwerk sind es Wochen bis Monate, manchmal braucht es zusätzlich eine technische Trocknung durch einen Fachbetrieb.

Für die Kontrolle gibt es zwei verlässliche Wege. Mit einem Feuchtemessgerät vergleichen Sie die behandelte Stelle mit einer sicher trockenen Referenzfläche derselben Wand. Für den Folientest kleben Sie ein etwa 50 mal 50 Zentimeter großes Stück Folie an allen vier Seiten luftdicht auf und lassen es 24 bis 48 Stunden hängen. Ist die Wand darunter dunkler geworden oder beschlägt die Folie von innen, ist noch Feuchte im Bauteil.

Streichen Sie erst, wenn beide Kontrollen unauffällig sind. Farbe auf einer feuchten Wand schließt die Feuchtigkeit ein. Das Ergebnis sind Blasen, Abplatzer und ein neuer Nährboden für Schimmel unter der frischen Schicht.

Grundieren und streichen nach dem Schimmel

Jetzt geht es an den Aufbau. Wie bei jeder Wandvorbereitung gilt: Der Untergrund bestimmt, was darauf kommt. Die Grundlagen zu Untergrundprüfung, Spachteln und Grundieren finden Sie im Ratgeber Wände vorbereiten: Spachteln, Schleifen und Grundieren. Für einen Untergrund nach Schimmelbehandlung sind drei Punkte entscheidend.

Erstens: Untergrund festigen. Wurde Putz ausgebessert oder ist die Oberfläche nach der Behandlung saugend und leicht sandig, kommt ein Tiefgrund darauf. Er verfestigt und sorgt dafür, dass die Farbe gleichmäßig aufzieht. Der Tiefgrund darf aber erst auf eine wirklich trockene Wand.

Zweitens: Verfärbungen sperren. Manchmal bleiben nach der Entfernung dunkle Schatten zurück, obwohl kein lebender Schimmel mehr vorhanden ist. Eine Isolierfarbe verhindert, dass diese Flecken durch den neuen Anstrich schlagen. Wichtig zu wissen: Sie deckt die Verfärbung, hemmt aber keinen Schimmel. Sie ist Optik und keine Sanierung.

Drittens: diffusionsoffen streichen. Wählen Sie für den Deckanstrich eine Farbe, die Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben kann. Das gilt besonders für Bad, Schlafzimmer und Außenwände. Matte Farben sind dabei in der Regel offener als glänzende, mehr dazu im Ratgeber zum Glanzgrad von Wandfarbe. Welche Farbe in welchem Raum sinnvoll ist, zeigt der Ratgeber Wandfarbe nach Raum.

Diese Produkte aus unserem Shop passen zu den drei Punkten:

Kanister Quadra Hydro-Tiefgrund grünlich, 10 Liter
Grundierung

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Tiefgrund für saugende Untergründe, grünlich eingefärbt, damit Sie sehen, wo Sie schon gearbeitet haben.

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Eimer Pufas Aqua-Plus 3 in 1 Isolier- und Renovierfarbe weiß
Isolierfarbe

Pufas Aqua-Plus 3 in 1 Isolier- und Renovierfarbe

Isoliert Wasserränder, Nikotin, Ruß und Fettflecken, sodass Verfärbungen nicht durch den neuen Anstrich schlagen.

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Eimer Keim Innostar weiß, Sol-Silikatfarbe
Silikatfarbe

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Mineralische Sol-Silikatfarbe für innen, diffusionsoffen und ohne Konservierungsmittel.

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Als Alternative zur Keim Innostar führen wir die Caparol Sylitol Bio-Innenfarbe mit Silikatbasis. Für das Behandeln und Vorbereiten selbst finden Sie die Schutzbrille im Shop, weitere Grundierungen unter amraumdesign-shop.de/kategorie/farben/grundierungen und Innenwandfarben unter amraumdesign-shop.de/kategorie/farben/innenwandfarben. Beachten Sie bei mineralischen Farben immer die Herstellerangaben zum Untergrund, denn nicht jede Silikatfarbe haftet auf jedem Altanstrich.

Gestrichen wird wie gewohnt in zwei Anstrichen, mit ausreichender Trockenzeit dazwischen. Den Ablauf dazu beschreiben wir im Ratgeber Wohnung streichen: Ablauf.

Was Schimmelbehandlung und Streichen kosten

Die Kosten schwanken stark, weil sie vor allem von der Ursache abhängen. Als Orientierung, ohne Anspruch auf ein festes Angebot:

LeistungRichtwert
Material bei kleiner Fläche in Eigenleistung (Ethanol, Schutz, Grundierung, Farbe)5 bis 20 € pro m²
Malerarbeiten nach der Behandlung durch den Fachbetrieb (Vorbereitung, Grundierung, zwei Anstriche)15 bis 30 € pro m², im Altbau auch mehr
Professionelle Schimmelsanierung inklusive Putzabtrag30 bis 100 € pro m², bei Putzabtrag und Aufbau deutlich darüber
Sachverständiger mit Ursachenanalyseetwa 300 bis 1.000 €, je nach Umfang
Beseitigung der Ursache (Leitung, Dämmung, Fassade)individuell, oft der größte Posten

Dass die Ursache am Ende der teuerste Posten ist, überrascht viele. Sie ist aber auch derjenige, der sich nicht sparen lässt. Wer nur den Anstrich zahlt und die Wärmebrücke stehen lässt, zahlt ihn ein Jahr später erneut.

Ein genaues Angebot machen wir erst nach einem Ortstermin. Bei Schimmel schätzen wir aus dem Bauch heraus keine Preise, weil die Fläche hinter dem Fleck fast immer größer ist als der Fleck selbst.

Schimmel dauerhaft vorbeugen

Ist die Wand saniert, bleibt die Frage, wie es nicht wieder passiert. Die meisten Maßnahmen sind einfach, sie müssen nur konsequent sein.

  • Stoßlüften statt Kippen. Fenster mehrmals täglich für fünf bis zehn Minuten ganz öffnen. Dauerhaft gekippte Fenster kühlen die Laibung aus und lüften kaum.
  • Nach Duschen und Kochen sofort lüften. Die Feuchte gehört raus, bevor sie sich an kalten Flächen niederschlägt.
  • Möbel mit Abstand aufstellen. Etwa fünf bis zehn Zentimeter Luft zwischen Schrank und Außenwand, damit die Wand nicht auskühlt und Luft zirkuliert.
  • Gleichmäßig heizen. Auch selten genutzte Räume nicht komplett auskühlen lassen, und die Tür zu kälteren Räumen geschlossen halten.
  • Wäsche nicht in Wohnräumen trocknen. Ein voller Wäscheständer gibt mehrere Liter Wasser an die Raumluft ab.
  • Hygrometer im Blick behalten. Steigt die Feuchte dauerhaft über 60 Prozent, ist das ein Signal zum Handeln, lange bevor es einen Fleck gibt.

Fazit

Aus unserer Erfahrung scheitert die Schimmelbehandlung fast nie am Mittel, sondern an der Reihenfolge. Wer zuerst streicht und dann nach der Ursache sucht, hat doppelt bezahlt. Die Ursache klären, den Befall sachgerecht entfernen, die Wand nachweislich trocknen lassen und erst dann grundieren und streichen: Diese Reihenfolge ist unspektakulär, aber sie funktioniert.

Kleine, oberflächliche Stellen mit klarer Ursache können Sie mit Schutz, Ethanol und etwas Geduld selbst in den Griff bekommen. Sobald die Fläche größer ist, der Putz feucht oder weich ist, die Ursache im Dunkeln liegt oder Menschen mit Vorerkrankungen im Haushalt leben, würden wir immer zum Fachbetrieb raten. Das ist kein Verkaufsargument, sondern die Erfahrung aus vielen Wänden, die zum zweiten Mal saniert werden mussten.

Schimmel an der Wand und unsicher, was zu tun ist?

Wir sehen uns die Stelle vor Ort an, sagen Ihnen ehrlich, ob Selbermachen reicht, und erstellen bei Bedarf ein Angebot für Sanierung und Anstrich.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich Schimmel einfach überstreichen?

Nein. Farbe deckt den Befall nur optisch ab, der Pilz wächst darunter weiter und schlägt oft schon nach wenigen Wochen wieder durch. Dazu kommen Blasen und Abplatzer, weil die eingeschlossene Feuchtigkeit die Haftung zerstört. Richtig ist die Reihenfolge Ursache beheben, Befall entfernen, Wand vollständig trocknen lassen, grundieren, streichen.

Hilft Essig oder Chlorreiniger gegen Schimmel an der Wand?

Chlorreiniger bleichen nur die Oberfläche, sodass der Fleck verschwindet, das Pilzgeflecht im Putz aber bleibt. Zudem entstehen unangenehme Dämpfe, weshalb auch das Umweltbundesamt davon abrät. Essig hilft allenfalls bei leichtem Bewuchs auf glatten Flächen wie Fliesen. Auf Putz und Tapete hat sich 70-prozentiger Ethanol aus der Apotheke bewährt, mit guter Lüftung und ohne Zündquellen im Raum.

Wann muss ich einen Fachbetrieb oder Sachverständigen holen?

Als Faustregel ab etwa einem halben Quadratmeter Befall, bei wiederkehrendem Schimmel, unklarer Ursache oder wenn die Wand auch in der Tiefe feucht ist. Auch bei Kindern, Asthma, Allergien oder geschwächtem Immunsystem im Haushalt sollten Sie nicht selbst arbeiten. Ein Sachverständiger klärt die Ursache, der Fachbetrieb saniert anschließend.

Wie lange muss die Wand nach der Schimmelbehandlung trocknen?

Bei einem oberflächlichen Befall durch Kondensat reichen meist wenige Tage bis zwei Wochen. Nach einem Wasserschaden oder bei durchfeuchtetem Mauerwerk können es Wochen bis Monate sein. Verlassen Sie sich nicht auf das Gefühl, sondern prüfen Sie mit Feuchtemessgerät oder Folientest, ob die Wand wirklich trocken ist.

Wer zahlt die Schimmelbeseitigung in der Mietwohnung?

Das hängt von der Ursache ab. Liegt ein baulicher Mangel wie eine Wärmebrücke, ein Leitungsschaden oder ein undichtes Dach vor, ist in der Regel der Vermieter zuständig. Liegt es am Wohnverhalten, kann der Mieter in der Pflicht sein. Informieren Sie den Vermieter in jedem Fall schriftlich und dokumentieren Sie den Befall mit Fotos. Rechtsberatung können wir nicht leisten, dafür sind Mieterverein oder Anwalt die richtige Adresse.

Hilft Anti-Schimmel-Farbe wirklich?

Nur begrenzt. Solche Farben enthalten meist Biozide, die mit der Zeit nachlassen, und sie beseitigen keine Feuchtigkeitsursache. Auf einer trockenen, sauberen Wand können sie einen zusätzlichen Schutz bieten. Wir bevorzugen diffusionsoffene mineralische Farben wie Silikatfarbe, weil sie ohne Biozide auskommen und Feuchtigkeit schneller abgeben.