Wohnung streichen: Von der Vorbereitung bis zum letzten Anstrich
Die Farbe ist meistens nicht das Problem. Wenn ein frischer Anstrich nach ein paar Wochen streifig aussieht oder an den Kanten schon wieder abblättert, liegt es fast immer an der Vorbereitung, die zu knapp ausgefallen ist, oder an einem zweiten Anstrich, der aus Ungeduld weggelassen wurde.
Wie eine Wohnung wirklich sauber gestrichen wird, von der Vorbereitung bis zum letzten Pinselstrich, zeigen wir hier Schritt für Schritt.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Vorbereitung entscheidet über das Ergebnis mehr als die Farbe selbst, planen Sie dafür genug Zeit ein.
- Abkleben, Abdecken und Untergrund prüfen kommt immer vor dem ersten Pinselstrich.
- Für eine durchschnittliche 3-Zimmer-Wohnung sollten Sie 2 bis 4 Arbeitstage einplanen.
- Zwei Anstriche sind bei den meisten Wandfarben Pflicht, nicht optional.
Vorbereitung ist die halbe Arbeit
Kein Schritt beim Streichen wird so oft unterschätzt wie die Vorbereitung. Sie kostet Zeit, bringt aber sichtbar nichts, solange keine Farbe an der Wand ist, deshalb wird sie gerne abgekürzt. Genau das rächt sich später an Farbkanten, Flecken auf dem Boden oder Rissen, die durch den neuen Anstrich wieder durchscheinen.
Raum ausräumen oder abdecken
Möbel in die Raummitte rücken und mit Folie abdecken, Boden und Fußleisten mit Abdeckvlies oder Malervlies schützen.
Wände und Decken prüfen
Risse, Löcher und lose Tapetenreste aufspüren. Kleine Löcher mit Spachtelmasse verschließen, größere Risse ausbessern und trocknen lassen.
Untergrund reinigen
Staub, Spinnweben und Fettflecken vor allem in Küche und Flur entfernen, sonst hält die Farbe später nicht richtig.
Abkleben
Fensterrahmen, Steckdosen, Lichtschalter und Übergänge zu anderen Farben oder Tapeten sauber mit Malerkrepp abkleben.
Wann Sie grundieren müssen
Nicht jede Wand braucht eine Grundierung, aber in drei Fällen sollten Sie nicht darauf verzichten: bei frisch verputzten oder stark saugenden Wänden, beim Wechsel von einer dunklen zu einer hellen Farbe und auf Untergründen, die zuvor mit Raufaser oder einer stark strukturierten Tapete versehen waren. Ohne Grundierung zieht die Farbe ungleichmäßig ein, und Sie brauchen am Ende oft einen dritten Anstrich, um das auszugleichen.
Werkzeug und Material, das Sie wirklich brauchen
Für die meisten Wohnräume kommen Sie mit einer überschaubaren Grundausstattung aus:
- Farbroller mit mittlerem bis langem Flor für strukturierte Wände, kurzem Flor für glatte Wände
- Heizkörperroller oder Winkelpinsel für Ecken und Kanten
- Farbwanne mit Ausstreichgitter
- Malerkrepp und Abdeckvlies
- Spachtel und Füllmasse für kleine Löcher
- Ausreichend Farbe, kalkulieren Sie mit etwa 6 bis 8 m² Wandfläche pro Liter und Anstrich
Sparen Sie am ehesten beim Werkzeug nicht. Ein billiger Roller verliert Fasern in der nassen Farbe, die Sie dann mühsam wieder aus der Wand picken müssen.
Diese Wandfarben empfehlen wir
Welche Farbe die richtige ist, hängt vom Raum ab. Für Wohn- und Schlafzimmer reicht eine matte, diffusionsoffene Farbe, für Küche, Bad und Flur lohnt sich eine abwaschbare Variante, die auch mal einen Fettspritzer oder Wasserdampf verträgt.

Quadra Mattlatex weiß 12,5l
Klassische matte Wandfarbe mit hoher Deckkraft, ideal für Wohn- und Schlafräume ohne starke Feuchtebelastung.
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Quadra Seidenlatex weiß 12,5l
Abwaschbare, seidenmatte Farbe für stark beanspruchte oder feuchte Räume wie Küche, Bad und Flur.
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Emissionsarme, ökologische Innenfarbe für Schlafzimmer und Kinderzimmer, geruchsarm und lösemittelfrei.
Zum ProduktDer Ablauf: von der Decke bis zur Fußleiste
Die Reihenfolge beim Streichen ist kein Zufall. Wer erst die Wände und danach die Decke streicht, hat am Ende Farbspritzer auf der frisch gestrichenen Wand, deshalb gilt immer: oben vor unten, groß vor klein.
Tag 1: Vorbereitung
Abkleben, Spachteln, Grundierung auftragen und trocknen lassen.
Tag 2: Decke und erster Wandanstrich
Zuerst die Decke streichen, danach die Wände beginnend mit den Ecken und Kanten per Pinsel, anschließend die Flächen mit der Rolle.
Tag 3: Zweiter Anstrich
Nach vollständiger Trocknung der ersten Schicht den zweiten, deckenden Anstrich auftragen.
Tag 4: Nacharbeiten
Malerkrepp entfernen, solange die Farbe noch minimal feucht ist, Kanten kontrollieren und bei Bedarf nachbessern.
Aus der Praxis
Ziehen Sie das Malerkrepp immer in einem Winkel von etwa 45 Grad zur Wand ab, nicht gerade nach vorne. So reißt die Farbkante nicht mit aus, selbst wenn die Farbe schon leicht angezogen hat.
Malerbetrieb beauftragen oder selbst streichen?
Malerbetrieb beauftragen
- Gleichmäßiges, sauberes Ergebnis auch bei Rissen, Schimmel oder hohen Decken
- Kein Materialeinkauf, kein Resteimer und keine Fehlkäufe im Baumarkt
- Meist in 1 bis 2 Tagen erledigt statt über mehrere Wochenenden verteilt
- Gewährleistung auf die ausgeführte Arbeit
In Eigenleistung streichen
- Vorbereitung und Kantenarbeit sind zeitaufwendiger als gedacht
- Bei hohen Decken, Rissen oder Schimmel fehlt oft die Erfahrung
- Ein gleichmäßiges Ergebnis über die ganze Wohnung ist ohne Übung schwer
- Läuft etwas schief, bessern Sie selbst nach, eine Gewährleistung gibt es nicht
Für ein einzelnes Zimmer mit glatten Wänden können Sie selbst zum Pinsel greifen. Sobald mehrere Räume, hohe Decken oder ein schwieriger Untergrund mit Rissen oder altem Tapetenkleber dazukommen, lohnt sich ein Fachbetrieb: Sie sparen Zeit, bekommen ein gleichmäßiges Ergebnis in einem Rutsch und müssen sich um nichts kümmern außer der Farbauswahl.
Keine Zeit oder Lust, selbst zu streichen?
Wir übernehmen Vorbereitung, Grundierung und Anstrich für Ihre Wohnung, sauber und termingerecht.
Häufige Fehler beim Streichen
Diese Fehler sehen wir immer wieder
Der zweite Anstrich wird aufgetragen, bevor der erste durchgetrocknet ist, dadurch entstehen Schlieren statt einer glatten Fläche. Genauso häufig: Fenster werden beim Trocknen weit geöffnet, der Durchzug lässt die Farbe zu schnell antrocknen und Rollspuren bleiben sichtbar stehen. Lüften Sie stattdessen kurz und kräftig, nicht dauerhaft.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange muss die erste Farbschicht trocknen, bevor ich weiterstreichen kann?
Bei Dispersionsfarben rechnen Sie mit 4 bis 6 Stunden Trockenzeit, bevor Sie den zweiten Anstrich auftragen können. Bei kühlen Temperaturen unter 15 Grad oder schlecht gelüfteten Räumen dauert es spürbar länger, warten Sie im Zweifel lieber einen halben Tag zu viel als zu wenig.
Muss ich wirklich zweimal streichen?
Bei fast allen Wandfarben ja, vor allem bei einem Farbwechsel oder einer neu verputzten Wand. Der erste Anstrich zieht meist ungleichmäßig ein und zeigt noch Schatten des alten Untergrunds, erst der zweite sorgt für eine deckende, gleichmäßige Fläche.
Kann ich eine möblierte Wohnung streichen, oder muss ich komplett ausräumen?
Komplett ausräumen ist selten nötig. Es reicht, Möbel in die Raummitte zu rücken und mit Folie abzudecken, dazu Boden und Fußleisten mit Abdeckvlies schützen. Nur bei sehr kleinen Räumen oder wenn Sie auch die Decke streichen, lohnt es sich, wirklich alles rauszutragen.
Wie lange dauert es, eine ganze Wohnung streichen zu lassen?
Für eine durchschnittliche 3-Zimmer-Wohnung mit rund 90 m² Wandfläche rechnen Sie mit 1 bis 2 Arbeitstagen, wenn ein Malerbetrieb übernimmt. In Eigenleistung ziehen sich Vorbereitung, zwei Anstriche und Trockenzeiten meist über 2 bis 4 Tage, je nach Zustand der Wände und Anzahl der Räume.
Welche Farbe eignet sich für Küche und Bad im Vergleich zum Wohnzimmer?
In Küche und Bad sollte die Farbe abwaschbar und feuchtigkeitsbeständig sein, dafür eignet sich Seidenlatex besser als reine Mattfarbe. Im Wohn- und Schlafzimmer reicht eine matte, diffusionsoffene Wandfarbe völlig aus und wirkt optisch ruhiger, da sie Lichtreflexe schluckt statt sie zu zeigen.
Fazit
Wer eine Wohnung streicht, unterschätzt fast immer die Vorbereitung und überschätzt, wie weit ein einziger Anstrich trägt. Beides zusammen ist der Grund, warum Streicharbeiten in Eigenleistung häufiger enttäuschen als die Farbe selbst es verdient hätte.
Für ein einzelnes, unkompliziertes Zimmer lohnt sich der Aufwand in Eigenregie durchaus. Sobald mehrere Räume, ein schwieriger Untergrund oder einfach wenig Zeit ins Spiel kommen, ist ein Fachbetrieb am Ende oft die klügere Entscheidung, auch wenn die Rechnung auf den ersten Blick höher aussieht. Sind Sie sich unsicher, was für Ihre Wohnung die richtige Lösung ist, nehmen Sie einfach Kontakt zu uns auf.